"man erlaube mir ein violettes distelfeld zu verwüsten"

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Naturselbstdrucke zum Gedicht "Das Meer in Sachsen" aus Pflanzen des ehemaligen Tagebaugebietes zwischen Leipzig und Meuselwitz

  • Kunstprojekt zum Jubiläumsjahr, gefördert mit einem Stipendium der Stadt Leipzig
  • Ausstellung: 2021 in der Galerie intershop in Leipzig

Reinhard Krehl schuf, ausgehend vom Hilbig-Gedicht „Das Meer in Sachsen“ eine Serie von Naturselbstdrucken (… gelbes gras wuchert von den wellenkämmen des abraums / hinab zu den straßen gedeiht im sperrfeuer / vorüberflammender frontscheiben ...) die Bezug nehmen auf Landschaften um Leipzig herum, die einst vom Braunkohletagebau geprägt wurden. Aus diesen zerwühlten Landschaften stammen die zum Druck verwendeten Pflanzen.

Alle Drucke entstehen mit Holz-Asche, Kohle und Druckfarbe auf Chinapapier.

Sie transformieren die Gewalt, Kraft und Poesie aus Hilbigs Gedicht, spiegeln die immense Kräfte der Natur und den Widerstreit der Zivilisation in unserer aktuellen zeitgeschichtlichen Lage.

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Wolfgang Hilbig im Orginalton mit seinem Text "Der Leser" am 22. Juli 2002 im Hörspielstudio 2 im Berliner Funkhaus Nalepastraße, wo im Auftrag von MDR KULTUR die Aufnahmen für das Hörbuch "Der Geruch der Bücher" in der Redaktion und Regie von Matthias Thalheim stattfanden. Dieses Gedicht gelangte damals nicht in die zeitlich limitierte Auswahl der CD. – Matthias Thalheim macht es hier erstmals der Öffentlichkeit zugänglich.
Wolfgang Hilbig liest: Der Leser
Auch die Aufnahme des Gedichtes "geste" – eingesprochen von Wolfgang Hilbig 2002 im Berliner Funkhaus Nalepastraße und bislang unveröffentlicht – wird hier zum 80. Geburtstag des Dichters von Matthias Thalheim erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Wolfgang Hilbig liest: geste