Hohe See und niemands Land

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Foto: © Matthias Ritzmann

Gedichte von Wilhelm Bartsch, Moderation Thorsten Ahrend

Eine weltumspannende Seereise, auf der Shakespeare der Kompass, die Liebe der Wind und das Ziel auf unerschrockene Weise offen ist: Hohe See und niemands Land, der neue Lyrikband des Hallenser Dichters Wilhelm Bartsch, beschreibt mythische Fahrten durch die Nordsee und Segelturns durchs „Restmeer der Prärien“, die Lofoten und das Leipziger „Neuseenland“. In traumhaft poetischen Augenblicken verwandelt sich der lyrische Sprecher in „Ole Nordmann“, erlebt Wundersames mit Zeitgenossen wie mit verstorbenen Dichtern – Wolfgang Hilbig wird als „Sankt Hilbig“ heiliggesprochen – und formuliert in der Geste des Staunens Bemerkenswertes über unsere Gegenwart. „Farewell“ – „Fahre wohl“ – lautet das Leitmotiv dieses Bandes, in dem Bartsch sich vor allem als Meister des Sonetts vorstellt, „Farewell“, aber wohin?

Obgleich die Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft zumeist "ihren" Dichter thematisiert, stellt sie auch von Zeit zu Zeit Werke ihrer Mitglieder vor. Wilhelm Bartsch, geboren 1950 in Eberswalde, schreibt Lyrik, Romane und Essays, zuletzt die Gedichtbände "Franksteinmonstrum" und "Gotische Knoten" (beide 2017) und widmet sich außerdem intensiv dem Wolfgang Hilbigs Poetik, zuletzt mit dem Essay "Neun Irrfahrten zu Hilbig", als Nachwort 2021 im siebenten Band der Werkausgabe erschienen. Literaturhaus-Chef Thorsten Ahrend, zugleich Bartschs Lektor im Wallstein Verlag, wo "Hohe See und niemands Land" 2024 herausgekommen ist, führt das Gespräch.

Veranstaltung der Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft, gefördert von der Stadt Leipzig

Wolfgang Hilbig im Orginalton mit seinem Text "Der Leser" am 22. Juli 2002 im Hörspielstudio 2 im Berliner Funkhaus Nalepastraße, wo im Auftrag von MDR KULTUR die Aufnahmen für das Hörbuch "Der Geruch der Bücher" in der Redaktion und Regie von Matthias Thalheim stattfanden. Dieses Gedicht gelangte damals nicht in die zeitlich limitierte Auswahl der CD. – Matthias Thalheim macht es hier erstmals der Öffentlichkeit zugänglich.
Wolfgang Hilbig liest: Der Leser
Auch die Aufnahme des Gedichtes "geste" – eingesprochen von Wolfgang Hilbig 2002 im Berliner Funkhaus Nalepastraße und bislang unveröffentlicht – wird hier zum 80. Geburtstag des Dichters von Matthias Thalheim erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Wolfgang Hilbig liest: geste